Primus Wunderlich war ein Perfektionist und Klempner Hommola kein Geschäftsmann

Es begann mit zwei kreativen Klempern, daraus wurden zwei Blechspielzeug-Fabriken in Zschopau. Es folgte als Neugründung die Maschinenfabrik Rasmussen, die dem kleinen Ort neue Perspektiven gab. An diese rasante Entwicklung in ihrem Heimatort hatten die Gründerväter der Zschopauer Blechspielzeug-Fertigung nicht gedacht. Um 1900 waren die Verhältnisse in dem kleinen Ort übersichtlich und geordnet. Der hier ansässige Klempner Primus Wunderlich hatte 1896 mit einem Patent für ein dampfgetriebenes Karussell den Grundstein für die örtliche Blechspielzeug-Euphorie ausgelöst. Sein Freund und Klempner Bernhard Hommola ergänzte diese Pionierarbeit mit einer wesentlichen Verbesserung. Und so entstand ein kleiner Dampferzeuger mit einem sich drehenden Karussell.  

Turbinen-Carussel Hommola Zschopau
Bernhard Hommola Anzeige von 1900

Bernhard Hommola gründete einen bescheidenen eigenen Betrieb um das Dampf-Spielzeug zu vermarkten; verkaufte ihn jedoch schon nach drei Jahren an den Eisenhändler > Adolf Zickner, der sich nicht scheute, auch komplette Nürnberger Blechspielzeuge in den Katalog seiner Fabrik aufzunehmen. Zickner verlor jedoch schnell wieder das Interesse an dieser Art des Klein-Klein-Geldverdienens, suchte einen neuen Käufer und fand den optimistischen > Heino Becker.

Turbinen-Carussel Wunderlich Zschopau
Primus Wunderlich 1909 Originalfoto • • > Zoom <

Primus Wunderlich blieb in seiner Erfinderrolle, aber er wollte seine neuen Ideen zu Geld machen. Durch die Gründung einer eigenen Fabri brachte er frischen Wind in die Zschopauer Blechspielzeug-Szene. Mit Perfektion und großem Engagemen entstanden bewegliche Schaufensterszenen aus Blech - originelle und schöne Objekte, die jedoch schon wegen ihrer hohen Preise unverkäuflich blieben. Auch Primus Wunderlich musste mangels Absatz seine Fabrik verkaufen.

 

Beide Blechspielzeug-Fabriken wurden dann zum Spielball einiger mehr oder minder engagierter Inhaber. Die Namen der Besitzer in den nächsten Jahren:   > Max Ernst Graichen, > Franz Richter,  > Gustav Völk und > Georg Kühnrich, der 1926 Konkursmachte; Franz Richter stellte 1933 die Spielzeug-Herstellung ein. Das Märchen von der "Zschopauer Schule" entstand, weil niemand außer den Gründern kreativ war, Innovationen ausblieben und immer wieder die gleichen, teilweise veralteten Spielzeuge jahrelang nicht vom Markt geommen wurden. Nur Eingeweihte erkannten,  daß es dieselben Formen waren, aus denen sie  hergestellt wurden.(jci) siehe: Lexikon... Seite 484.