Aktuelles aus der  Welt des Blechspielzeugs


Vater Michael Sieber (65) übergibt an Sohn Florian (34)
Vater Michael Sieber (65) übergibt an Sohn Florian (34)

F.C. Bellinger verbindet Blech ohne Löten mit Schlitz und Lasche und revolutioniert die Blechpielzeug-Industrie


"Gentleman in Khaki" $ 15.600
"Gentleman in Khaki" $ 15.600

Wahnsinnspreise für Spielzeug von Martin auf Auktion bei Bertoia im November 2017.



Rasmussen mit Frau
Rasmussen mit Frau





Der Fotograf ist der Hausbesitzer in der Burgstrasse 24 in Nürnberg

Eigentlich ist es nicht mein Stil, ja es geht sogar gegen meine Prinzipien, etwas zu veröffentlichen, dass nicht faktengecheckt belegt werden kann, egal zu welchem Thema. Auch die folgende Geschichte fügt sich aus Fakten zusammen. Aber sie lässt auch der Fantasie großen Raum und führt dann manchmal zu eigenen, mutigen Schlussfolgerungen nach dem Motto: Ja, so könnte es gewesen sein. Es sind die Daten, die zu diesen Gedankenspielen verführen; kleine Puzzleteile, die zueinander passen und sich auf einmal zielgenau in eine Richtung bewegen. So ist auch diese schöne Episode zu der frühen Geschichte des Blechspielzeugs entstanden.

Im März 2020 erhielt ich von einem US-Auktionshaus einen Katalog zur Blechspielzeug-Versteigerung Anfang April. Bei genauer Durchsicht fand ich eine kleine Blechfigur, die einen Box-ähnlichen Fotoapparat zwischen den Händen hielt. Wie von den meisten Auktionshäuser wurde auch sie fälschlicherweise der Firma Günthermann zugeschrieben. Günthermann scheint für alle Auktions-häuser (und Sammler) rund um den Globus das Synonym (Notlösung) für figürliches Blechspielzeug zu sein, wenn es keine weiteren Hinweise auf einen Hersteller gibt. Diesem Clown aus Blech mit Uhrwerk ist es in diesem Auktions-Katalog ähnlich ergangen, er ist figürlich, also musste er von Günthermann stammen.  Sein Uhrwerk löst eine Art Schleuder-Mechanismus aus, die Figur zittert. Kein typisches Verhalten für einen Fotografen, der Wert auf scharfe und nicht auf verwackelte Aufnahmen legt.

Der Telefon-Clown von Staudt.
Der Telefon-Clown von Staudt.

Nach der Online-Auktion befand sich dieses für mich seltene Objekt bald in meinen Händen.  Als Produkt von Günthermann wollte ich ihn nicht akzeptieren. Für mich kam der Fotografen-Clown ohne Zweifel aus der Blechspielwarenfabrik Staudt in Nürnberg. Im „Lexikon der deutschen Blechspielzeug-Industrie“ ist er nicht abgebildet, auch nicht als Katalog-Zeichnung. Ich fand bei Staudt aber ähnliche Clowns-Figuren, zwar ohne Fotoapparat, aber zum Beispiel als Musikanten. Ich fühlte mich auf der richtigen Spur. 

 

Ob es Zufall war? Nur wenige Monate später fand ich eine andere Blechfigur dieser Staudt-Serie: einen Clown, der telefoniert. Die Sprechmuschel direkt vor seinem Mund, darunter ein Kasten mit der versteckten Elektronik, aufgehängt vor einer kleinen Wand. Das Uhrwerk auf der Rückseite löst ein Art Klingelton aus, die rechte Hand hebt den Hörer.

Blick in die "Mechanische Blechspielwaaren-Manufaktur G.L. Staudt", Fotograf ist Ferdinand Schmidt, fotografiert 1899.      >zoom<
Blick in die "Mechanische Blechspielwaaren-Manufaktur G.L. Staudt", Fotograf ist Ferdinand Schmidt, fotografiert 1899. >zoom<