News • Artikel • Termine • Auktionen • Beiträge


Steht nicht im Lexikon


Rasmussen mit seiner Frau
Rasmussen mit seiner Frau

Fabrikant aus Zschopau will keine Dampfmaschinen

mehr in Kinderzimmern

Der Inhaber der Zschopauer Maschinenfabrik Rasmussen wollte mit einem kleinen Zwei-Takt-Motor die Dampf-maschinen aus den Kinderzimmern verbannen. ...mehr


Caravelle mit Magnetstab
Caravelle mit Magnetstab

Gebrauchsanweisungen

für Blechspielzeug gibt es schon seit etwa 180 Jahren

Auch bei einfachen Spielzeugen wie Blechschiffen, die mit einem Magnetstab geführt werden konnten, gab es für den Gebrauch genaue Anweisungen. ...mehr


Ignaz Bing
Ignaz Bing

Ignaz Bing: Arbeitgeber haben gesündigt - Faire Löhne, mehr Bildung 

Nach über 15 Jahren Suche ist die fehlende Seite 114 im Manuskript der Memoiren von Ignaz Bing endlich gefunden

... mehr 


In Vorbereitung

 

Der Kreisel lernt die Töne

Das erste Märklin-Musterbuch?

Varianten eines Kofferträgers

Georg Semler ist der Vater des fröhlichen “Nifty"-Spielzeugs

 

Die Zwanziger Jahre des vergangenen Jahrhunderts – es war die große Zeit der Comics und Zeichentrickfilme. Charaktere wie „Fritz the Cat”, „Mickey Mouse” oder „Barney Google” und sein Pferd „Spark Plug” eroberten in dieser Periode die Kinderherzen. Und in New York gab es die Firma Geo. Borgfeldt & Co, das damals wohl größte Importhaus für Puppen, Spielwaren und Porzellanartikel in den USA, das von dem Deutschen Georg Borgfeldt (• Geo. Borgfeldt & Co., New York) 1881 gegründet wurde. Innerhalb weniger Jahre hatte er das größte Großhandelslager für Spielwaren aller Art in Amerika aufgebaut.

Georg Semler
Georg Semler

Ab etwa 1900, wurden Comics durch Tageszeitungen Zeitschriften in den USA zu Verkaufsschlagern. Als Spielzeug ließen sie sich noch einmal bestens verkaufen. Der Begriff „Merchandising” war noch nicht geboren, doch genau diesen Weg ging das Unternehmen Borgfeldt. Ein Schwager Borgfeldts namens Georg Semler war in dieser Zeit für die Zentrale in New York tätig. In der Familien-chronik war er der „Luftikus”, doch offensichtlich genau der richtige, um mit den großen amerikanischen Comic–Verlagen und Filmstudios wie Disney oder Pat Sullivan um exklusive Lizenzen zu verhandeln.


"Nifty"-Spielzeug aus der Fabrik von Fischer & Co.


Unter seiner Leitung wurden die Film– und Comicfiguren in allen Variationen zu Spielzeug, ob in Plüsch, Bakelit, Holz oder Blech. Er selbst kreierte die Bezeichnung „Nifty”  für das mechanische Comic–Blechspielzeug, das von Geo. Borgfeldt & Co. vertrieben wurde. Bekannte Lieferanten dafür in Deutschland waren Blechspielzeug–Fabriken wie > Johann Distler, > Gebr. Einfalt, > Tipp & Co. oder > Fischer & Co. (in den USA waren es hauptsächlich Die Blechfabriken Marx und Chain). Die Spezial-Anfertigungen trugen die Bezeichnung „Nifty”, das notwendige „Made in Germany” und in jedem Fall das Copyright des jeweiligen Lizenzgebers, aber selten den Namen des deutschen Herstellers. Deshalb ist es kaum möglich, Produzenten aller Comic–Blechspielzeuge vollständig zu benennen. 

Georg Semler kaufte in Ausnahmefällen sogar die Werkzeuge, also die eisernen Pressformen von deutschen Firmen, um sie dann in den USA in leicht verändertem Design weiter herzustellen und zu vermarkten. Zu den mechanischen Spielzeugen, für die das Einkaufshaus Geo. Borgfeldt & Co. das Exklusivrecht erworben hatte, gehörten unter anderem Felix Cat, Felix Frolic, Jack Rabbit, Buttercup, Boob McNutt, Happy Hooligan, Maggie and Jiggs, Barney Google and Spark Plug und Out of the Ink well Clown.  (Fotos: milestone, Morphy, Julia (alle USA), jci) mehr >  Lexikon der deutschen Blechspielzeug-Industrie  Seite 78