Aktuelles aus der  Welt des Blechspielzeugs


F.C. Bellinger verbindet Blech ohne Löten mit Schlitz und Lasche und revolutioniert die Blechpielzeug-Industrie

"Gentleman in Khaki" $ 15.600
"Gentleman in Khaki" $ 15.600

Wahnsinnspreise für Spielzeug von Martin auf Auktion bei Bertoia im November 2017.




Rasmussen mit Frau
Rasmussen mit Frau





Der Fotograf ist der Hausbesitzer in der Burgstrasse 24 in Nürnberg

Eigentlich ist es nicht mein Stil, ja es geht sogar gegen meine Prinzipien, etwas zu veröffentlichen, dass nicht faktengecheckt belegt werden kann, egal zu welchem Thema. Auch die folgende Geschichte fügt sich aus Fakten zusammen. Aber sie lässt auch der Fantasie großen Raum und führt dann manchmal zu eigenen, mutigen Schlussfolgerungen nach dem Motto: Ja, so könnte es gewesen sein. Es sind die Daten, die zu diesen Gedankenspielen verführen; kleine Puzzleteile, die zueinander passen und sich auf einmal zielgenau in eine Richtung bewegen. So ist auch diese schöne Episode zu der frühen Geschichte des Blechspielzeugs entstanden.

Im März 2020 erhielt ich von einem US-Auktions-haus einen Katalog zur Blechspielzeug-Versteigerung Anfang April. Bei genauer Durchsicht fand ich eine kleine Blechfigur, die einen Box-ähnlichen Fotoapparat zwischen den Händen hielt. Wie von den meisten Auktionshäuser, wurde auch sie fälschlicherweise der Firma Günthermann zugeschrieben. Günthermann scheint für alle Auktionshäuser (und Sammler) rund um den Globus das Synonym (Notlösung) für figürliches Blechspielzeug zu sein, wenn es keine weiteren Hinweise auf einen Hersteller gibt. Diesem Clown aus Blech mit Uhrwerk ist es in diesem Auktions-Katalog ähnlich ergangen, er ist figürlich, also musste er von Günthermann stammen.  Sein Uhrwerk löst eine Art Schleuder-Mechanismus aus, die Figur zittert. Kein typisches Verhalten für einen Fotografen, der Wert auf scharfe und nicht auf verwackelte Aufnahmen legt.

Nach der Online-Auktion befand sich dieses für mich seltene Objekt bald in meinen Händen.  Als Produkt von Günthermann wollte ich ihn nicht akzeptieren. Für mich kam der Fotografen-Clown ohne Zweifel aus der Blechspielwarenfabrik Staudt in Nürnberg. Im „Lexikon der deutschen Blechspielzeug-Industrie“ ist er nicht abgebildet, auch nicht als Katalog-Zeichnung. Ich fand bei Staudt aber ähnliche Clowns-Figuren, zwar ohne Fotoapparat, aber zum Beispiel als Musikanten. Ich fühlte mich auf der richtigen Spur.